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Erdbeben in Nepal

Am vergangenen Samstag saß ich mit meiner Mitfreiwilligen Fania ganz normal im Büro in Jhansi (Uttar Pradesh) zum Arbeiten. Plötzlich bemerkte sie, dass der Tisch wackelte. Unser Ansprechpartner kam gerade in den Raum, gemeinsam schauten wir draußen in den Garten, wo sich die Bäume schüttelten. Das war kurz vor 12h unserer Zeit. Wir waren erstaunt, verbuchten es in dem Moment jedoch eher als leichtes Erdbeben in unserer Region, die wahrhaftige Dimension war uns in diesem Augenblick nicht einmal ansatzweise bewusst. Nichtsdestotrotz googelten wir sofort nach weiteren Informationen, schon nach wenigen Minuten kam die erste Nachricht, dass das Epizentrum mit 7,5 auf der Richterskala in Nepal lag. Ab diesem Zeitpunkt machten wir nichts anderes mehr, als die indische und internationale Presse, facebook sowie twitter-Meldungen zu verfolgen, permanent trafen neue Infos ein. Das Erdbeben war mit unterschiedlicher Intensität in Nepal sowie in weiten Teilen Nordindiens zu spüren, so auch z.B. in Delhi, Uttar Pradesh, Bihar und West Bengal. So bemerkten auch unsere Mitfreiwilligen in den Sunderbans (West Bengal) das Erdbeben. Unsere Landesmentorin der Welthungerhilfe erkundigte sich per SMS bei uns und berichtete von einer „terrible rattling experience“ in Delhi.

Es handelt sich um das schwerste Erdbeben in der Himalaya-Region seit 80 Jahren. Das letzte starke Erdbeben in Nepal fand 1934 mit einer Stärke von 8,3 statt. Experten sprachen bereits seit längerer Zeit von einem weiteren bevorstehenden Erdbeben, doch den genauen Zeitpunkt konnte man nicht voraussagen. Erst vor einer Woche traf sich ein Expertenteam in Kathmandu, um sich über mögliche Vorbereitungsmaßnahmen zu beratschlagen. Ein Erdbeben dieser Stärke hat in Relation zur Beschaffenheit der Häuser und der Bevölkerungsdichte je nach Region unterschiedliche Ausmaße.

Es folgen seitdem stets weitere Nachbeben, die Zahl der Toten und Verletzten steigt unaufhaltsam und das Ausmaß der Zerstörung von Häusern und Nepals kulturellem Erbe wird immer deutlicher. Auch in Indien, in den nördlichen Gebieten von Uttar Pradesh und Bihar, sind Menschen ums Leben gekommen. Nach aktuellem Stand sind mehr als 5.000 Menschen gestorben sowie weitere 6.500 verletzt. Der Berichterstattung überschlägt sich vor lauter Meldungen.

Wer sich abseits von den Nachrichten der Presse informieren möchte, dem empfehle ich z.B. den Welthungerhilfe-Blog*. Dort berichten die Nepal-Landeskoordinatorin Barbara Zilly sowie Francesca Scheffl, verantwortlich für die Kommunikation der Welthungerhilfe in Südasien, von der Lage vor Ort in Kathmandu. Auf den facebook-Seiten der Welthungerhilfe allgemein bzw. der Welthungerhilfe South Asia erhaltet ihr ebenso Infos. Auch Rural Reconstruction Nepal (RRN), eine nepalesische Partnerorganisation der Welthungerhilfe sowie von Viva con Agua de St. Pauli e.V., berichtet auf ihrer facebook-Seite von der Situation nach dem Erdbeben. Der Guardian veröffentlicht fortlaufend Updates. Auf earthtrack.com könnt ihr euch zudem über Ort, Intensität und Uhrzeit weiterer Beben informieren.

Vergangenes Jahr im November war ich im Rahmen der Viva con Agua-Projektreise für 9 Tage in Nepal, um gemeinsam mit der Welthungerhilfe und RRN das von VcA geförderte Projektgebiet in Chitwan zu besichtigen. Wir verbrachten auch ein paar Tage in Kathmandu. Trotz der nur kurzen Zeit vor Ort beeindruckte mich Nepal durch die gesammelten Erfahrungen, spannenden Begegnungen und zahlreichen Eindrücke unfassbar schnell. Bereits damals berichtete uns ein Mitarbeiter der Welthungerhilfe, dass ein Erdbeben für Nepal eine der größten Gefahren in der weiteren Entwicklung darstellen würde.

Es ist nach wie vor unfassbar, was seit dem 25. April geschehen ist. Es ist wichtig, dass nun schnell und präzise geholfen wird. Die Menschen schlafen aus Angst vor Nachbeben größtenteils draußen. Insbesondere die Trinkwasser- und Sanitärversorgung sowie die hygienischen Bedingungen sind kritisch. An dieser Stelle möchte ich auf die Spendenmöglichkeit der Welthungerhilfe hinweisen. Die Spendengelder fließen direkt in die Notfallhilfe vor Ort, ihr könnt damit einen wichtigen Beitrag für Land & Leute leisten. Auf dieser Seite habt ihr die Möglichkeit, die Spendenhöhe sowie den entsprechenden Verwendungszweck auszuwählen:

Welthungerhilfe – emergency aid Nepal

Ich danke für eure Unterstützung.

* Nachtrag: eine umfassende Übersicht aller Mitteilungen der Welthungerhilfe zur gegenwärtigen Situation in Nepal findet ihr hier.