Raus aus dem Büro, rauf auf’s Feld

Bisher bestand mein Büroalltag vor allem darin, Texte über die Organisation zu lesen, einen Bericht der schwedischen Botschaft über die Projektarbeit von Tarun Bharat Sangh zu übersetzen sowie eine Präsentation zu erstellen. Doch kürzlich stand endlich unser erster Field Visit an – auch das beste Buch kann schließlich nicht das vermitteln, was vor Ort sichtbar wird.

Unser schniekes Gefährt während des Field Visits - ja, da passen wirklich 10 Leute rein!

Unser schniekes Gefährt während des Field Visits – ja, da passen wirklich 10 Leute rein!

Anlass für den Ausflug war der Besuch der Regierung (Bereich Bewässerung) aus dem Bundesstaat Maharashtra. Die Gruppe wollte sich anschauen, welche Strukturen in den letzten Jahrzehnten gebaut wurden. Um das entsprechende Wissen zu vermitteln, begleitete der für Kartographie verantwortliche Mitarbeiter von TBS die Reisegruppe während des Field Visits.

Blick auf die Karte, auf der alle Regenwasserauffangbecken verortet sind.

Blick auf die Karte, auf der alle Regenwasserauffangbecken verortet sind.

Die unterschiedlichen Strukturen zur Wasserkonservierung sind mit gemeinsamem Engagement verschiedener Communitys entstanden. So nimmt die Partizipation von Bürgern bei der Arbeit von Tarun Bharat Sangh einen wichtigen Stellenwert ein. Für mich persönlich ist das interessant, da meine Masterarbeit von Bürgerbeteiligung in urbanen Kreativquartieren handelte und es spannend ist, Engagement von Bürgern in unterschiedlichen Bereichen kennenzulernen. Ich hoffe, dass ich künftig noch einiges darüber erfahren kann, wie Bürger in gemeinschaftliche Projekte zur Wasserthematik einbezogen werden können.

Ein öffentlicher Brunnen, an dem sich die Menschen für jegliche Lebenszwecke beschaffen; sei es zum Trinken, Körperpflege, Waschen oder Kochen.

Ein öffentlicher Brunnen, an dem sich die Menschen für jegliche Lebenszwecke beschaffen; sei es zum Trinken, Körperpflege, Waschen oder Kochen.

Nur mit viel harter körperlicher Arbeit zahlreicher Menschen konnten all diese Strukturen, in denen das Wasser aufgefangen wird, ermöglicht werden. Die Effekte machen sich in diversen Aspekten bemerkbar; um nur einige zu nennen: Die Menschen haben dadurch einen regelmäßigen Zugang zu Wasser und nutzen es als Trinkwasser, für die eigene Hygiene, zum Kochen, Waschen etc. Im Zuge dessen müssen insbesondere Frauen nicht mehr so weite Wege zurücklegen, um Wasser zu beschaffen. Auch die Landwirtschaft profitiert vom Wasser; damit einher geht auch eine bessere finanzielle Lage der Bevölkerung. Zudem gedeihen Flora & Fauna dank diverser Wasserstrukturen viel mehr. ‚Wasser ist Leben‘ bekommt hier eine ganz besondere Gewichtung.

Ein Damm, um das Wasser aufzufangen.

Ein Damm, um das Wasser aufzufangen.

Ein weiterer Damm.

Ein weiterer Damm.

Besonders schön war die Situation, in der wir einem Bauern begegneten. Seitdem TBS unter der Mitwirkung der Gemeinschaft Strukturen zur Wasserkonservation erschaffen hat, verzeichnet sich bei ihm ein gesteigerter Ertrag in der Landwirtschaft. Dies ist auch auf den gestiegenen Grundwasserpegel zurückzuführen. Felder können nun regelmäßig bewässert und dadurch sogar bis zu zwei Mal im Jahr bepflanzt werden. Spontan setzte er sich zu uns ins Auto und zeigte uns einen Brunnen in der Nähe.

Unser Weg führte uns zudem durch den Sariska Nationalpark, welcher direkt an unseren Wohnort angrenzt. Zwar haben wir die dort beheimateten Tiger leider (noch) nicht entdeckt, doch schon allein die facettenreiche Flora beeindruckte sehr. Außerdem lauerte an fast jeder Ecke das indische Nationaltier, der Pfau.

Auch diese Transportart ist in Indien äußerst populär - einfach auf's Dach setzen und los geht's.

Auch diese Transportart ist in Indien äußerst populär – einfach auf’s Dach setzen und los geht’s.

Sariska Nationalpark

Sariska Nationalpark

Sariska Nationalpark von oben aus betrachtet mit Blick auf ein Regenwasserauffangbecken.

Sariska Nationalpark von oben aus betrachtet mit Blick auf ein Regenwasserauffangbecken.

Passend zum Zusammenspiel von Mensch und Natur möchte ich abschließend auf die folgende aktuelle Videokampagne verweisen, in der prominente Schauspieler in Rollen von Mutter Natur, Regenwald, Ozean etc. schlüpfen. In beeindruckender Weise weist die Non-Profit-Organisation Conservation International sowohl auf den Umgang der Menschen mit der Natur hin sowie auf die von der Natur ausgehende Kraft. In diesem Sinne:

NATURE DOESN’T NEED PEOPLE – PEOPLE NEED NATURE.

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