Vom Dschungel, Straßenverkehrsordnung, Monsun und Stromausfällen: willkommen im Projekt!

Seit dem 25. August befinden Fania und ich uns im Projektgebiet von Tarun Bharat Sangh. Hier werden wir die kommenden 10 Monate verbringen und die Organisation bei ihrer Arbeit unterstützen. TBS setzt sich insbesondere für den Zugang zu sauberem (Trink-)Wasser ein. Weitere Infos dazu findet ihr unter „Das Projekt“.

Bereits die ca. 6-stündige Autofahrt von Delhi zum Projekt war ein Erlebnis für sich. Offiziell herrscht hier zwar Linksverkehr, in der Praxis gilt jedoch: wo Platz ist, wird überholt. Egal ob links, rechts, mittig oder am Straßenrand. Sicherheitsabstand einhalten? Ach was. Personentransportbegrenzung? Man kann sich doch auf’s Dach vom Bus oder zu dritt auf’s Motorrad setzen. Geschwindigkeitsbegrenzung? Ich bin mir noch nicht sicher, ob diese existiert. Außerdem gibt es hier ja auch noch weitere Verkehrsteilnehmer wie Kühe und Kamele. Da weiß man die deutsche Straßenverkehrsordnung schlagartig zu schätzen.

Kamele sind hier in der Region ganz normale Verkehrsteilnehmer.

Kamele sind hier in der Region ganz normale Verkehrsteilnehmer.

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Pad Yatra – ein Fußmarsch, dem man derzeit oft auf den Straßen begegnet. Die Menschen wandern aufgrund eines bestimmten Anlasses bzw. um an einen heiligen Ort zu pilgern. Angeführt werden sie oft von Festwagen mit lauter Musik. (Leider nur aus dem Auto heraus fotografiert.)

Unser Arbeitsplatz ist zugleich Ort unserer Unterkunft. Wir leben in einer ländlichen Region im Bundesstaat Rajasthan zwischen den beiden Städten Jaipur (Hauptstadt von Rajasthan) und Alwar. Um uns herum? Land, das Aravalligebirge und Dschungel – direkt nebenan befindet sich der Sariska National Park, in dem Tiger beheimatet sind. Auch nach einigen Tagen flasht es immer noch sehr, wenn man hier von exotischen Tieren wie Pfauen, Geckos oder Affen umgeben ist. Ich hoffe nur, dass mir die Begegnung mit Schlangen erspart bleibt – aufgrund meiner diversen Nachfragen dazu habe ich schon den Ruf als Angsthase weg.

Am wichtigsten: wir wurden herzlich aufgenommen und haben zwei sehr nette Ansprechpartner (ein junges Ehepaar, beide Ende 20) an unserer Seite.

Hier nun ein paar Impressionen von unserem Wohn- und Arbeitsort:

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Unten befindet sich das Büro, in dem wir arbeiten.

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Blick auf das Küchengebäude von der Terrasse aus.

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Oben links befindet sich mein Zimmer.

Wenn es im Zimmer zu heiß ist, wird draußen unterm Sternenhimmel geschlafen. Für mögliche Besuche von z.B. Affen hatte vorsichtshalber jeder von uns einen Holzstock im Bett.

Wenn es im Zimmer zu heiß ist, wird draußen unterm Sternenhimmel geschlafen. Für mögliche Besuche von z.B. Affen hatte vorsichtshalber jeder von uns einen Holzstock im Bett.

Hinter der linken Tür verbirgt sich mein Zimmer.

Hinter der linken Tür verbirgt sich mein Zimmer.

Blick auf den herrlich kitschigen Sonnenuntergang über dem Aravalligebirge, betrachtet von unserer riesigen Dachterrasse.

Blick auf den herrlich kitschigen Sonnenuntergang über dem Aravalligebirge, betrachtet von unserer riesigen Dachterrasse.

Die Assimilation schreitet voran: schon nach wenigen Tagen hat man zur Feier ‚Ganesh Chaturthi’ vom Elefantengott ‚Ganesha’ den ersten roten Punkt auf der Stirn.

Die Assimilation schreitet voran: schon nach wenigen Tagen hat man zur Feier ‚Ganesh Chaturthi’ vom Elefantengott ‚Ganesha’ den ersten roten Punkt auf der Stirn.

Bevor wir mit der Arbeit loslegen konnten, stand jedoch zunächst die örtliche Registrierung beim Foreigner’s Registration Office (FRO) an. Klingt banal und bürokratisch, ist allerdings äußerst spannend. Berge von diversen Formularen & Anträgen, ein undurchschaubarer Ablauf und viel Verwunderung unsererseits. Insgesamt kamen wir viermal in den Genuss – 1x in Delhi, 1x in Jaipur, 2x in Alwar.

Der Vorteil von zahlreichen Behördenbesuchen: man kommt viel in der Gegend herum. Hier sieht man – wie so oft – eine Kuh am Straßenrand und im Hintergrund ein Fort in einem See in Jaipur.

Der Vorteil von zahlreichen Behördenbesuchen: man kommt viel in der Gegend herum. Hier sieht man – wie so oft – eine Kuh am Straßenrand und im Hintergrund ein Fort in einem See in Jaipur.

Neben den diversen Eindrücken zu Land & Leuten spüren wir zudem, wie sehr wir persönlich auf eine konstante Stromversorgung eingestellt sind. Da wir hier in einer „Remote-Area“ leben, kommt es gern mal vor, dass der Strom für einige Minuten bis Stunden ausfällt. Dies geschieht momentan aufgrund des Monsuns besonders häufig. Da kommt man schon mal ordentlich ins Schwitzen, wenn bei den heißen Temperaturen (ca. 35-40°C) mitsamt hoher Luftfeuchtigkeit nachts der Ventilator ausfällt. Abendbrot bei Kerzenschein und Taschenlampe ist auch keine Seltenheit.

Internet gibt es hier auch nur begrenzt von 7 bis 19h – wenn nicht der Monsun in die Quere kommt oder die Datenvolumenbegrenzung.

Die vergangenen Tage waren wir gemeinsam mit unseren Ansprechpartnern quer unterwegs durch Rajasthan, um ihre Familien zu besuchen. Zahlreiche neue Eindrücke, Achterbahnfahrt-ähnliche Roadtrips, mehr Monsun, unglaublich viel Essen – Näheres dazu im nächsten Blogeintrag!

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